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Sonntag, 20. September 2009

ZH Dielsdorf oder Tielschderf?



Karte: map.schweizmobil.ch

Das neu erschienene Zürichdeutsche Wörterbuch des Meilemer Germanisten Heinz Gallmann dürfte auf grosses Interesse bei der Bevölkerung stossen, da Mundart nach wie vor allgemein sehr geschätzt wird. Dieses Werk trägt in besonderem Masse zur Bewahrung der Mundart bei.

Vgl. Artikel im Tagesanzeiger vom 19.09.2009 von Thomas Widmer
Zwischen Ilau und Hööraan findet sich so manches kuriose Wort

Leserbrief Tagesanzeiger: Zur Bewahrung der Mundart
Leserbrief ebenfalls erschienen in:
Basler Zeitung Bernerzeitung Der Bund

PDF vgl. hier


Auch in der Neuen Zürcher Zeitung ist am 19.09.2009 ein Artikel erschienen
Eine Fundgrube für Sprachinteressierte

Das Werk von Heinz Gallmann umfasst auch einige Zürcher Ortsnamen, wie sie im Dialekt ausgesprochen werden (vgl. Abbildung unten). Die Mundart Schreibweise dieser Namen erinnern ganz an die neue Mundart Schreibweise von Orts- und Flurnamen, wie sie seit kurzer Zeit im Kanton Thurgau auf amtlichen Karten und Plänen zu finden sind (und momentan von einer Arbeitsgruppe überprüft werden vgl. hier): z.B.

• Kanton Zürich - Kanton Thurgau
• Tielschderf (Dielsdorf) - Tingeschwiil (Dingetswil)
• Üüdike (Uitikon) - Üütersche (Ueterschen)
• Martaale (Marthalen) - Wisetaal (Wiesental)
• Geeretschwiil (Geroldswil) - Esserschwiil (Esserswil)
• Räätsche (Räterschen) - Üütersche (Ueterschen)
• Ämedinge (Ebmattingen) - Wäckinge (Weckingen)

Im Kanton Zürich kommt jedoch niemand auf die Idee, auf amtlichen Karten und Plänen eingebürgerte und vertraute Ortsnamen in Mundart Schreibweisen zu ändern und es muss dabei auch niemand befürchten, dass deshalb ein bedeutendes Kulturgut verloren gehen würde. Die Schreibweise von geografischen Namen sollen generell nicht geändert werden (höchstens falls in einem Einzelfall ein öffentliches Interesse vorliegt).

Auflistung aller im Zürchichdeutschen Wörterbuch aufgeführten Orts-, Berg- und Gewässernamen vgl. hier.


Folgendde Abbildungen sind aus dem Artikel im Tagesanzeiger "Zwischen Ilau und Hööraan findet sich so manches kuriose Wort" entnommen worden:



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Da wird es mir warm ums Herz, wenn ich diese mundartlich geschriebenen Ortsnamen sehe. Begrüssenswert wäre eine Spezialkarte des Kantons Zürich mit Mundartschreibweisen. Zum Glück besteht im Kanton Zürich keine Gefahr, dass die Schreibweisen der Lokalnamen auf den amtlichen Karten verändert werden. Welchen Wirrwarr solche Experimente verursachen, kann man im Kanton Thurgau sehen.
Paul Märki, Hombrechtikon.